Präventionsprogramm „Max & Min@“ fördert Medienkompetenz und stärkt den Klassenverbund

Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Leimen lernen den bewussten Umgang mit Smartphone & Internet

Leimen. – Wie viel Bildschirmzeit ist gesund? Welche Chancen und Risiken bergen soziale Medien? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Leimen im Präventionsprogramm „Max & Min@“. Das Projekt wurde von der Schulsozialarbeit in Kooperation mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Basket umgesetzt.

Digitale Medien im Fokus

„Wie viel Handy ist eigentlich zu viel?“ – dieser Frage gingen die Fünftklässler der Geschwister-Scholl-Schule Leimen in den vergangenen Wochen im Rahmen des Präventionsprogramms „Max & Min@“ auf den Grund. Das Projekt, das von der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Friedrichstift im Auftrag der Stadt Leimen umgesetzt wird, möchte Schülerinnen und Schüler für einen gesunden, verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren.

Organisiert und begleitet wurde das Programm von der Schulsozialarbeit Bonnie Braun und Frank Genthner in Kooperation mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Basket, vertreten durch Jeremy Dietmann und Jonathan Reichle. Gemeinsam mit den Kindern arbeiteten sie zwei Projekttage lang an Themen rund um Smartphones, Soziale Medien, Datenschutz, Cybermobbing und Medienzeiten – altersgerecht, interaktiv und mit viel Spaß.

Zwillinge als Leitfiguren: Max und Mina im Klassenzimmer

Im Mittelpunkt des Programms stehen die fiktiven Zwillinge Max und Mina, die sich sehnlichst ein Smartphone wünschen. Doch bevor sie es bekommen, müssen sie beweisen, dass sie es verantwortungsvoll nutzen können – genau wie die Schülerinnen und Schüler selbst.

Im ersten Modul erarbeiteten die Kinder zunächst, welche Chancen und Risiken digitale Medien mit sich bringen. In Kleingruppen wurden Erfahrungen ausgetauscht, Vor- und Nachteile gesammelt und typische Situationen aus dem Alltag besprochen. Am Ende entstanden gemeinsame Klassenregeln für den fairen Umgang im Netz, die auf einem großen Plakat festgehalten und im Klassenzimmer aufgehängt wurden.

„Es war schön zu sehen, wie ernsthaft die Kinder darüber diskutiert haben, was fair und respektvoll im Internet bedeutet“, erzählt Schulsozialarbeiterin Bonnie Braun. Viele hätten dabei erkannt, dass „Freundlichkeit und Rücksicht auch online zählen“.

Selbstbeobachtung mit dem Medientagebuch

Zwei Wochen später startete das zweite Modul mit einer Reflexion: Mithilfe eines Medientagebuchs dokumentierten die Schüler*innen, wie häufig und wofür sie an einem Tag Smartphone, Tablet oder Spielkonsole nutzen. In der gemeinsamen Auswertung wurde schnell klar, dass sich die Nutzungszeiten stark unterscheiden – und dass so mancher erstaunt war, wie viel Zeit tatsächlich am Bildschirm verbracht wird.

„Die Kinder haben ehrlich reflektiert, wie sie Medien nutzen“, berichtet Frank Genthner. „Das war ein wichtiger Schritt, um zu verstehen, wann Medien Spaß machen und wann sie beginnen, den Alltag zu bestimmen.“

„Elenas Medienalltag“: Wann Medien gut tun – und wann nicht

Mit dem Poster „Elenas Medienalltag“ beschäftigten sich die Klassen anschließend mit der Frage, wann Mediennutzung sinnvoll ist und wann sie stört. Schritt für Schritt wurde ein typischer Tagesablauf betrachtet – vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Gemeinsam entschieden die Schüler*innen, wann digitale Medien Platz haben dürfen und wann „Offline-Zeit“ angesagt ist.
So erkannten die Kinder, dass es wichtig ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Medienzeit und medienfreien Zeiten zu finden – und dass jede Familie eigene Regeln braucht.

„Ist das noch okay?“ – Mediennutzung bewerten lernen

In einer lebhaften Diskussionsrunde mit lachenden und traurigen Smileys ging es um konkrete Fallbeispiele: Wie viel Gaming, Chatten oder TikTok ist noch in Ordnung? Wann wird es zu viel?
Dabei zeigte sich, dass die Schüler*innen kritisch einschätzen können, ab wann Mediennutzung ungesund oder sogar abhängig machend wird. „Diese Selbstreflexion ist ein zentraler Baustein des Programms“, betont Jeremy Dietmann vom Jugendtreff Basket.

Freizeit statt Bildschirm: Ideen gegen Langeweile und Stress

Doch was tun, wenn man das Handy mal weglegen möchte? In Kleingruppen sammelten die Kinder kreative Alternativen zur Mediennutzung. Unter den Vorschlägen fanden sich Spaziergänge, Bastelideen, Sport, Lesen oder einfach Zeit mit Freunden oder dem Haustier verbringen.
„Viele Kinder haben festgestellt, dass sie offline mehr erleben, als sie gedacht hätten“, so Jonathan Reichle.

Abschluss mit Eltern – gemeinsam stark im Netz

Zum Abschluss des Projekts bereiteten die Schüler*innen für den Elternabend mit Hilfe der Pädagog*innen einen Videoclip vor, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Sie gestalteten Poster mit ihren Medienregeln und Tipps für eine gesunde Nutzung.

„Es war uns wichtig, dass die Kinder selbstbewusst zeigen, was sie gelernt haben“, sagt Bonnie Braun. „Wenn Eltern und Kinder gemeinsam über Mediennutzung sprechen, entsteht echtes Verständnis füreinander.“

Ein Projekt mit Nachhaltigkeit

Das Programm „Max & Min@“ wurde von der Villa Schöpflin gGmbH, Fachstelle für Suchtprävention und Gesundheitsförderung, entwickelt. Es richtet sich an Schüler*innen der 5. und 6. Klassen aller Schulformen und wird deutschlandweit eingesetzt.

An der Geschwister-Scholl-Schule Leimen wurde das Projekt durch die Kooperation von Schulsozialarbeit und Offener Jugendarbeit Basket mit Unterstützung der Stadt Leimen realisiert.

„Medien sind Teil des Alltags unserer Kinder“, betont Frank Genthner. „Umso wichtiger ist es”, dass sie lernen, mit ihnen bewusst, kritisch und kreativ umzugehen. Mit „Max & Min@“ gelingt das auf spielerische Weise.“

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